Auszug der Chronik politisch rechts motivierter Angriffe in Merseburg und Umgebung

25.05.2014 Merseburg (Saalekreis)
In der Nacht von Samstag zu Sonntag, gegen 2:30 Uhr, ist ein 27-Jähriger brasilianischer Herkunft zu Fuß von Schkopau nach Merseburg unterwegs, als er noch in Schkopau von zwei Unbekannten rassistisch beleidigt wird. Er ignoriert die Beschimpfungen und setzt seinen Weg fort. In Merseburg kommt ihm jedoch einer der beiden auf einem Fahrrad entgegen, stößt ihn mit den Händen gegen den Oberkörper und schlägt ihm ins Gesicht. Dem Betroffenen gelingt es, sich zur Wehr zu setzen. Als er bemerkt, dass auch der zweite Unbekannte mit einem Fahrrad auf ihn zukommt, klingelt er an einem Wohnhaus und bittet um Hilfe. Bewohner alarmieren die Polizei. Die Täter flüchten, die Suche nach ihnen verläuft ergebnislos.

06.05.2014 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Gegen Mitternacht wird ein 36-Jähriger in einem Imbiss von einem Unbekannten gefragt, ob er ihn wiedererkenne. Der Mann hatte ihn bereits zwei Wochen zuvor an einer Tankstelle unvermittelt mit einem Messer bedroht und dabei erklärt‚ er „hasse Ausländer“. Dann holt er erneut ein Messer heraus und droht dem gebürtigen Iraker damit. Der Imbissbesitzer verweist ihn und seine drei Begleiter, darunter eine Frau, des Lokals. Draußen zeigt der Mann noch mehrfach den sog. Hitlergruß und fordert den Iraker auf, heraus zu kommen. Der Imbissbesitzer und der 36-Jährige verschließen die Tür und warten mehrere Stunden, bevor sie sich kurz vor 4:00 Uhr nachts zum Gehen entschließen. Nur wenige Meter weiter treffen sie erneut auf die Gruppe, können diese aber zunächst ungehindert passieren. Plötzlich hält der Rechte mit einem Fahrrad kurz neben dem 36-Jährigen und durchsticht mit dem Messer den linken Oberarm des Betroffenen. Der Imbissbesitzer alarmiert die Polizei. Gemeinsam mit einem Passanten versucht er, die stark blutende Wunde zu stillen. Der Betroffene, der zwischenzeitig ohnmächtig wird, muss noch in der Nacht notoperiert werden und kann das Krankenhaus erst nach sechs Tagen verlassen. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen einen 22-Jährigen. Es wurde Haftbefehl erlassen.

03.05.2014 Halle (Saale)
Kurz nach Mitternacht wird ein 20-Jähriger im Stadtteil Silberhöhe von drei Unbekannten bedroht und ausgeraubt. Nach der Frage, was er in Deutschland suche, wird der gebürtige Guineer mit der Faust geschlagen und mit einer Glasscherbe sowie einem Messer bedroht. Bevor das Trio flüchtet, entwendet es dem Betroffenen noch Bargeld aus seiner Jackentasche. Dieser alarmiert über Notruf die Polizei, die nun wegen schweren Raubes und Bedrohung ermittelt. Laut Polizeiangaben blieb der 20-Jährige unverletzt.

10.04.2014 Halle (Saale)
Am Mittag wird ein 20-jähriger Mann aus Mali in der Innenstadt von einem augenscheinlich alkoholisierten Unbekannten mit der Faust in den Bauch geschlagen. Der hinzugerufenen Polizei gelingt es noch vor Ort, einen 26-jährigen, polizeibekannten Hallenser zu stellen. Ein Atemalkoholtest ergibt einen Wert von 2,7 Promille.

04.04.2014 Merseburg (Saalekreis)
Nach einer Verhandlung gegen den bundesweit agierenden Neonazi Dieter Riefling am Amtsgericht Merseburg wegen Beleidigung und Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen wird ein Fotograf gegen 11:30 Uhr direkt vor dem Eingang von einem Neonazi attackiert. Zunächst kommt einer der Begleiter Rieflings beim Verlassen des Gebäudes auf den 45-Jährigen zu, greift in seine Kamera und drückt sie nach unten. Unmittelbar wird er von einem weiteren Neonazi u.a.als „Zeckenschwein“ und „Scheißvieh“beleidigt und mit beiden Händen und voller Wucht vor den Brustkorb gestoßen. Dem Betroffenen und weiteren Prozessbeobachtern gelingt es, die Attacke zu beenden. Während Polizeibeamte den Angreifer wegführen, um seine Personalien aufzunehmen, beleidigt er noch die Umstehenden. Bereits im Verhandlungsaal hatte der spätere Angreifer Prozessbeobachter_innen beleidigt und angerempelt und war daraufhin von Polizeibeamten ermahnt worden. Der Betroffene erstattet noch vor Ort Anzeige.

01.04.2014 Merseburg (Saalekreis)
Gegen 21 Uhr geht ein alkoholisierter Mann mit einer Eisenstange plötzlich auf zwei Männer mit mutmaßlich rumänischem Hintergrund los und schlägt damit auf sie. Dabei pöbelt er die Betroffenen mit „Ausländer, was wollt ihr hier?“ an. Als ein Zeuge interveniert, bedroht ihn der Angreifer mit einem Messer. Die Betroffenen können flüchten. Vor Ort eintreffende Polizeibeamte stellen einen polizeibekannten 21-Jährigen. Der Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

23.03.2014 Naumburg (Burgenlandkreis)
In den Morgenstunden hört ein Alternativer mehrfach Sieg-Heil-Rufe aus einem nahegelegenen Park und bemerkt daraufhin drei Unbekannte, von denen die Parolen offenbar ausgehen. Beim Näherkommen sieht er, dass die Polizei bereits vor Ort ist und spricht kurz mit den Beamten. Als er gegen 11 Uhr mit seinem Fahrrad in Tatortnähe vorbeifährt, begegnet er dem Trio erneut. Nach dem Ruf „Das ist der Typ, der uns verpfiffen hat!“ verfolgen die Männer den jungen Mann. Einer wirft dabei mit einer Flasche und Steinen nach ihm, sodass er mehrmals ausweichen muss. Erst am Markt lässt das Trio von dem Betroffenen ab.

01.03.2014 Merseburg (Saalekreis)
Im Vorfeld einer Demonstration gegen Rassismus provozieren zwei Männer gegen 11:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz sich versammelnde Demonstrant_innen u.a. mit ausgestrecktem Mittelfinger. Als ein 21-Jähriger sie darauf anspricht und fragt, ob sie hier falsch seien, schlägt ihm einer der Unbekannten unvermittelt so mit der Faust ins Gesicht und auf den Mund, so dass , dass er aus seine r Lippe zu bluten beginnt. Als umstehende Demonstrant_innen reagieren, flüchtet der Angreifer, wird aber von in der Nähe stehenden Polizeibeamten gestoppt, die seine Personalien aufnehmen. Der Betroffene muss mit Zahn- und Gesichtsverletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

26.02.2014 Merseburg (Saalekreis)
Während des Vorbereitungstreffens einer Demonstration gegen Rassismus im Wahlkreisbüro eines Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN versammeln sich gegen 20:30 Uhr plötzlich etwa zehn bis 15 Neonazis in unmittelbarer Nähe. Einige Minuten später bemerken Teilnehmer_innen des Treffens, wie die Gruppe zielgerichtet auf einen Schwarzen Passanten losgeht und ihn rassistisch beleidigt. Daraufhin eilen mehrere der Alternativen dem Betroffenen zu Hilfe und werden u.a. mit einem Teppichmesser bedroht und beleidigt. Zudem wird aus der Gruppe heraus der Hitlergruß gezeigt. Schließlich flüchten die Rechten in Richtung Stadtzentrum. Alarmierte Polizeibeamte, die nur wenige Minuten später am Tatort eintreffen, nehmen umgehend die Verfolgung auf und können neun Tatverdächtige feststellen. Ein 19-Jähriger schlägt und tritt dabei in Richtung eines Polizisten. Der Staatsschutz ermittelt wegen versuchter Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Widerstandes gegen drei 18- bis 22-jährige Frauen sowie sechs 19- bis 26-jährige Männer aus Merseburg, Leuna und Querfurt, die der Polizei fast alle im Zusammenhang mit politisch rechts motivierten Straftaten bekannt sind.

20.02.2014 Merseburg (Saalekreis)
Nach seiner Ankunft mit dem Zug aus Halle wird ein 23-jähriger Somalier gegen 19:30 Uhr in der Bahnhofsunterführung plötzlich von zwei Unbekannten rassistisch angepöbelt und schließlich angegriffen. So packen die Männer den Flüchtling von hinten, schlagen seinen Kopf gegen die Wand und treten auch noch auf ihn ein, als er bereits am Boden liegt. Erst als weitere Reisende eintreffen und ein 47-Jähriger dem Betroffenen zu Hilfe eilt, lassen die Angreifer von ihrem Opfer ab und flüchten. Der 23-Jährige muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden und leidet noch Tage später unter Kopf- und Rückenschmerzen. Der Staatsschutz ermittelt.

12.01.2014 Merseburg (Saalekreis)
Gegen 16:00 Uhr wird ein 23-Jähriger in einer Straßenbahn der Linie 5 von einem Unbekannten rassistisch beschimpft und dann ins Gesicht getreten. Er erleidet Schmerzen am Kiefer. Die Polizei ermittelt gegen einen 24-Jährigen, der zum Tatzeitpunkt unter Drogeneinfluss gestanden haben soll.

03.01.2014 Halle (Saale)
Gegen 19:30 Uhr wird ein 37-Jähriger beim Rauchen vor seinem Geschäft plötzlich von einem augenscheinlich alkoholisierten Unbekannten homophob beschimpft. Nach der Aufforderung, ihn in Ruhe zu lassen, wird er von ihm mit beiden Fäusten gegen die Brust geschlagen. Der Betroffene flüchtet ins Ladeninnere, um die Polizei zu rufen, während der Unbekannte zweimal heftig gegen die Eingangstür tritt, ehe er ihm – weiter homophobe Sprüche rufend – folgt und den Ladenbesitzer hinter seinem Tresen entdeckt. Nach kurzem Gerangel greift der Unbekannte ihn mit einer abgebrochenen Bierflasche an und sticht ihm damit so in die rechte Halsseite, dass er sofort stark zu bluten beginnt. Anwesende Kunden können den Angreifer schließlich überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Der Betroffene muss mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert werden. Gegen den 32-jährigenTatverdächtigen wird lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

10.11.2013 Halle (Saale)
Bei einer nächtlichen Polizeikontrolle von vier Freunden auf dem Weg zur Disko wird ein Student unvermittelt festgenommen und in Handschellen zu seiner Wohnung gefahren. Trotz starker Schmerzen und mehrfacher Bitten lockern die Beamten die Handschellen nicht und reagieren aggressiv auf seine Fragen nach dem Grund der Maßnahme. Außerdem solle er „die Klappe halten“ und Deutsch lernen. Als der 25-Jährige vor seinem Wohnhaus erklärt, dass er sich in seinen Rechten verletzt fühlt, wird er zu Boden gebracht und mehrfach gegen Kopf und Körper geschlagen. Dann wird er wieder ins Polizeiauto gezwungen und zum Revier gefahren. Als der Spätaussiedler den Beamten rechtliche Schritte ankündigt, wird ihm erwidert, dass er als „Russe“ in Deutschland nichts zu sagen habe. Schließlich darf er das Revier verlassen und muss sich u.a. mit einem Hämatom im Gesicht, Rippenschmerzen und Strangulationsmalen an beiden Handgelenken ambulant behandeln lassen. Eine Anzeigenerstattung gegen die Beamten, die er noch in derselben Nacht in einem anderen Revier zu erstatten versucht, wird ihm unter dem Vorwand verweigert, dass man dafür hier nicht zuständig sei.

05.11.2013 Laucha an der Unstrut (Burgenlandkreis)
Auf dem Nachhauseweg von einem Deutschkurs wird eine 31-jährige Philippinerin am frühen Nachmittag von einem Schüler im Zug mehrfach mit einem Rucksack geschlagen. Auf dem Bahnhof stellt er sich unvermittelt neben die wartende Betroffene, die die Schülergruppe aus Angst hatte vorangehen lassen. Auf ihre Frage, was sein Problem mit ihr sei, antwortet er mit schallendem Gelächter. Bereits in der Vergangenheit war die Betroffene wiederholt aus derselben Gruppe rassistisch beleidigt, belästigt und bedrängt worden. Sie erstattet noch am selben Tag Anzeige.

28.10.2013 Halle (Saale)
Am Abend wird ein 33-jähriger Mann aus Burundi beim Ausparken von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann packt er den 33-Jährigen am Kragen und zieht ihn aus dem Auto. Dabei verletzt sich der Betroffene am Knie und muss sich infolgedessen in einem Krankenhaus behandeln lassen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung.

25.10.2013 Merseburg (Saalekreis)
Gegen 18:30 Uhr wird ein Flüchtling auf dem Nachhauseweg von drei Männern mit Bierflaschen verfolgt und dabei rassistisch beschimpft. Dann schlägt ihn einer der Angreifer mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Als der 20-Jährige sein Handy herausnimmt und die Polizei alarmieren will, wird es ihm von einem der Männer entrissen und weggeworfen. Das Trio entkommt, bevor Polizeibeamte vor Ort eintreffen. Der Betroffene erleidet u.a. eine Platzwunde an der Lippe sowie einen Zahnabbruch und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

22.10.2013 Halle (Saale)
Gegen 20:50 Uhr betreten vier Männer einen Dönerimbiss und wollen dort einen mitgebrachten Kasten Bier trinken. Als zwei Mitarbeiter ihnen das untersagen und zum Gehen auffordern, werden sie rassistisch beleidigt. Dann schlägt einer der Männer mit einem Teleskopschlagstock auf einen 27-jährigen Mitarbeiter ein und trifft ihn am Kopf. Schließlich werfen die Männer volle Bierflaschen gegen den Tresen und nach Verlassen des Imbiss noch weitere Flaschen gegen die Fassade des Gebäudes, wobei sie u.a. „Ausländer raus“ rufen. Die von Anwohnern alarmierte Polizei kann in der Nähe vier polizeibekannte Tatverdächtige im Alter zwischen 27 und 53 Jahren vorläufig festnehmen. Der betroffene Iraker muss mit einer Kopfverletzung ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Sachbeschädigung.

15.09.2013 Burgenlandkreis
Gegen 18:30 Uhr uriniert ein Mann neben den Imbiss eines 48-Jährigen Deutschen indischer Herkunft, während seine Begleiterin in dem Laden Essen holt. Nachdem der Betreiber sie auf das Verhalten angesprochen und die Frau den Laden verlassen hatte, kommt der Unbekannte plötzlich in den Imbiss und bedroht den 48-Jährigen u.a. mit „Ich mache dich und deinen Imbiss mit Hakenkreuzen kaputt“. Dann geht er, kommt aber gegen 19:15 Uhr in Begleitung zweier weiterer Männer zurück. Das Trio bedroht den Besitzer und seine Mitarbeiter_innen erneut und fordert sie mehrfach auf herauszukommen. Dann entwenden die Unbekannten mehrere Flaschen Bier aus dem vor dem Tresen stehenden Kühlschrank, trinken einige vor dem Imbiss aus und schmeißen die leeren Flaschen vor den Tresen und den Imbiss kaputt. Als Polizisten vor Ort eintreffen, sind die Männer bereits mit einem Auto geflüchtet. In der Folge ermittelt der polizeiliche Staatschutz wegen Bedrohung und Zechbetrugs u.a. gegen einen 37-Jährigen.

15.09.2013 Halle (Saale)
Nach einem Fußballspiel des VFL Halle 96 und der zweiten Mannschaft des Halleschen FC wird eine Gruppe von vier VFL-Fans gegen 16 Uhr in der Nähe des Stadions von einem Unbekannten mit Sprüchen wie „Scheiß Zecken“ und „Am liebsten würde ich euch Zecken alle umbringen“ beleidigt und bedroht. In der Nähe befindliche Polizeibeamte greifen nicht ein. Kurz darauf werden zwei von ihnen von dem Mann und etwa vier weiteren Personen, die sich jetzt in einer etwa zwanzigköpfigen Gruppe befinden, eingeholt und unter Rufen wie „Drecksjuden“ angegriffen. Die beiden anderen können flüchten. Ein 24-Jähriger erhält zwei Schläge gegen Kopf und Gesicht. Ein 18-Jähriger erhält mindestens zwei Faustschläge ins Gesicht. Er blutet sofort stark aus Nase und Mund bekommt aber weitere Schläge und Tritte gegen seinen Körper. Ein Autofahrer, der den Angriff bemerkt, kommt den Betroffenen zu Hilfe. Er fordert sie auf, schnell einzusteigen und fährt sie in ein Krankenhaus. Neben der Beschädigung von drei Zähnen, erleidet der 18-Jährige einen Nasenbeinbruch, der eine Operation und einen viertägigen stationären Aufenthalt nach sich zieht. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung.

06.09.2013 Naumburg (Burgenlandkreis)
Als ein 21-jähriger Alternativer gegen 22:00 Uhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite an einem Treffpunkt Jugendlicher vorbeiläuft, wird plötzlich etwas zu ihm herübergerufen. Da er Musik hört, versteht er den Wortlaut nicht und macht eine grüßende Geste. Kurz darauf dreht er sich um und sieht zwei Jugendliche hinter sich, von dem ihm einer sofort einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Als er davon zu Boden geht, beugt sich der Angreifer über ihn und versetzt ihm noch mehrere Faustschläge ins Gesicht. Dann bemerkt der stadtbekannte Rechte einen „Gegen Nazis“-Aufnäher am Rucksack des Betroffenen, schlägt ihn erneut und fordert ihn auf ihn abzumachen. Schließlich lässt der Angreifer von dem Betroffenen ab, droht ihm aber noch, er solle sich „hier nicht mehr sehen“ lassen. Die von dem 21-Jährigen alarmierte Polizei gelingt es kurz darauf, den Angreifer und seinen Begleiter an dem Treffpunkt festzustellen. Der Betroffene muss mit aufgeplatzter Lippe und Hämatomen im Gesicht ambulant im Krankenhaus behandelt werden und sich in der Folge einer Zahnbehandlung unterziehen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

24.08.2013 Bitterfeld-Wolfen (Anhalt-Bitterfeld)
Am frühen Morgen, gegen 6:00 Uhr, wird eine Teilnehmerin des Flüchtlingsprotestcamps auf sechs Unbekannte aufmerksam, die gerade darüber sprechen, den Stromgenerator des Camps zu stehlen. Als die Gruppe die Frau bemerkt, wird sie verfolgt und bedroht. Dann beleidigen die Unbekannten Teilnehmer_innen des Camps rassistisch und drohen mit körperlicher Gewalt sowie damit, die Zelte anzuzünden. Auch als alarmierte Polizeibeamte vor Ort eintreffen und Platzverweise erteilen, setzen die Männer ihre Beleidigungen und Bedrohungen fort und reißen u.a. noch ein Transparent herunter. Die Betroffenen erstatten Anzeige.

10.07.2013 Halle (Saale)
Kurz nach 22 Uhr wird ein 25-Jähriger mit türkischem Hintergrund von einem 34-Jährigen am Betreten eines Wohnhauses gehindert und dabei rassistisch beleidigt. Dann versucht der Mann, den 25-Jährigen mit einer Flasche zu schlagen und hetzt seinen Hund auf ihn. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

26.06.2013 Bad Lauchstädt (Saalekreis)
Am Vormittag wird ein 14-jähriger Schüler in der Pause plötzlich von hinten attackiert. Ein älterer Mitschüler schlägt den Betroffenen mehrfach mit der Faust und versetzt ihm mehrere Kniestöße, wobei er einzig in sein Gesicht zielt. Bevor der bekennende Rechte von ihm ablässt, droht er dem 14-Jährigen, so etwas wie am Wochenende nicht mehr sehen zu wollen. Der Schüler hatte sich am 22. Juni in Merseburg an Protesten gegen eine Neonazidemonstration beteiligt. Er erlitt u.a. Verletzungen an Nase und Lippe. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

04.06.2013 Vockerode (Wittenberg)
Gegen 1:20 Uhr nachts fand ein Zeuge einen 23-jährigen Flüchtling aus Mali unmittelbar vor dem Eingangsbereich der Asylbewerberunterkunft liegend mit augenscheinlichen Gesichtsverletzungen vor. Kurz zuvor hatte der Zeuge ein umherfahrendes Auto mit mehreren Insassen bemerkt, die lautstark Parolen riefen und bereits daraufhin die Polizei alarmiert. Noch während des Telefonats konnte er dann zwei Personen beobachten, die aus Richtung des Heims kommend in den PKW flüchteten, der mit laufendem Motor am Ende des Wohnblocks wartete. Dann entdeckte er den Verletzten, welcher stationär im Klinikum aufgenommen werden musste. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

10.05.2013 Vockerode (Landkreis Wittenberg)
Gegen 0:20 Uhr wird ein 38-jähriger Asylsuchender aus Mali vor einer Flüchtlingsunterkunft von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Dann versetzt der Mann dem Flüchtling einen Faustschlag ins Gesicht. Der Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung.

21.04.2013 Bad Kösen (Burgenlandkreis)
Gegen 22:00 Uhr bemerken der Betreiber eines arabischen Imbiss und seine Gäste, wie ein Rechter direkt vor dem Lokal lautstark rassistische Parolen grölt. Als der 36-Jährige mit einigen Freunden rausgeht, ruft der aggressiv auftretende Mann u.a. „Scheiß Ausländer“ und „Das ist meine Stadt“. Zwei weitere Rechte stimmen in die rassistischen Pöbeleien ein. Dabei zerschlagen sie Bierflaschen. Einer von ihnen zeigt den sog. Hitlergruß und ruft „Sieg Heil“. Zudem droht einer von ihnen dem Besitzer, den Imbiss anzuzünden, wenn dieser die Polizei rufe. Dieser begibt sich mit seinen Freunden wieder ins Lokal und alarmiert die Polizei. Als Beamte eintreffen, können sie noch in der Tatortnähe drei Verdächtige feststellen, die sich gegen die Identitätsfeststellung aktiv zur Wehr setzen.

15.04.2013 Halle (Saale)
Vor einem Supermarkt wird ein 12-Jähriger beim Überqueren des Parkplatzes von einem Unbekannten rassistisch beschimpft. Dann wirft der Mann eine kleine Schnapsflasche nach dem Jungen, die ihn am Kopf trifft. Der Betroffene erleidet eine Platzwunde, die ambulant versorgt werden muss.

30.03.2013 Vockerode (Landkeis Wittenberg)
Am Ostersamstag werden drei Flüchtlinge gegen 18:00 Uhr auf dem Rückweg in ihre Unterkunft von mehreren, augenscheinlich alkoholisierten Männern rassistisch beschimpft, mit Bierflaschen beworfen und verfolgt. Es gelingt ihnen, sich in einen Wohnblock zu flüchten. Erst nach einiger Wartezeit gehen sie in ihre eigenen Zimmer, die sich in einem angrenzenden Block befinden. Dort beobachten sie mehrere maskierte Männer, die die Unterkunft u.a. mit Fahrrädern umkreisen. Etwas später skandiert ein Trio vor dem Block rassistische Parolen. Dann dringen zwei der Rechten in die Unterkunft ein, treten eine Wohnungstür im ersten Stock ein und schlagen dort unter weiteren Drohungen auf zwei Menschen ein. In der Folge hindern mehrere Bewohner_innen der Unterkunft die Angreifer an der Flucht. Vor den Augen der Polizei, die erst einige Zeit später vor Ort eintrifft, versetzt einer der Rechten einem Flüchtling einen Faustschlag ins Gesicht. Dann werden die Männer vorläufig festgenommen. Der Staatsschutz ermittelt gegen drei Tatverdächtige im Alter von 17, 24 und 27 Jahren u.a. wegen Volksverhetzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung.

09.03.2013 Dessau-Roßlau
Nach Beendigung eines Neonaziaufmarsches wurden mehrere Gegendemonstrant_innen in einem Café im Hauptbahnhof von einer Gruppe Neonazis beleidigt und bedroht. Dann schlugen mehrere Neonazis auf einen der Betroffenen ein. Der Polizei gelang es, die Personalien von drei Tatverdächtigen festzustellen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

02.03.2013 Bad Dürrenberg (Saalekreis)
Während einer Tanzveranstaltung in einem Imbisslokal äußert ein 28-Jähriger gegenüber seinen Freunden Unverständnis über die Anwesenheit einer ca. sechsköpfigen Gruppe z.T. stadtbekannter Rechter. Kurz darauf versetzt ihm einer der Rechten unvermittelt einen Schlag ins Gesicht, sodass seine Nase zu bluten beginnt. Anderen Besucher_innen gelingt es, die Situation zu deeskalieren. Der Betroffene zieht sich in einen weiteren Raum zurück. Etwas später trifft der Alternative vor dem Lokal auf den Rechten, der ihn erneut angreift. Wieder intervenieren Besucher_innen. Dann wirft ein weiterer Rechter gezielt eine Bierflasche auf den Alternativen. Der Betroffene muss u.a. mit einer blutenden Kopfverletzung sowie einer Fraktur an der Hand mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Als der Betreiber des Lokals die Veranstaltung daraufhin beenden will, wird er aus der Gruppe der Rechten rassistisch beleidigt. Später ruft einer der Rechten „Sieg Heil“ und zeigt den sog. Hitlergruß. Der Staatsschutz ermittelt.

28.02.2013 Weißenfels (Burgenlandkreis
Gegen 17:00 Uhr wird ein 31-Jähriger am Bahnhof von einem Mann angepöbelt, rassistisch beleidigt und bedroht. Dann schlägt der Mann den gebürtigen Iraker mehrfach ins Gesicht. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung gegen einen 33-Jährigen.

25.02.2013 Bad Dürrenberg (Saalekreis)
Gegen 13:30 Uhr packt ein Unbekannter auf dem Markt plötzlich einen 12-Jährigen syrischer Herkunft an seiner Jacke, drückt ihn gegen eine Hauswand und schlägt ihm ins Gesicht. Dann entfernt sich der Angreifer. Der Staatsschutz ermittelt.

15.02.2013 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Gegen 22:30 Uhr klingeln mehrere junge Männer an der Wohnungstür eines 18-jährigen Schwarzen Deutschen. Als der Jugendliche die Tür öffnet, dringen sie in die Wohnung ein und schlagen im Beisein seiner Freundin auf den 18-Jährigen ein. Der Betroffene erleidet Hämatome. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

01.01.2013 Halle (Saale)
Am Neujahrsmorgen wird ein 35-Jähriger auf einer Silvesterfeier in einer Wohung von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Er versucht, sich verbal dagegen zu wehren, wird aber weiter beschimpft. Als er daraufhin gehen will bemerkt der 35-Jährige, wie mehrere Jugendliche vor ihm den Raum verlassen. Noch an der Wohnungstür wird er unvermittelt von mehreren, zum Teil vermummten Angreifern u.a. mit Reizgas attackiert. Er versucht zu fliehen, wird aber so massiv weiter geschlagen und getreten, das er kurzzeitig das Bewusstsein verliert. Stark am Kopf blutend gelingt es dem Betroffenen schließlich, ein nahe gelegenes Polizeirevier zu erreichen. Er erleidet u.a. eine Kopfplatzwunde sowie Gesichtsverletzungen und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Zudem verliert er infolge des Angriffs mehrere Zähne. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

02.12.2012 Merseburg (Saalekreis)
Kurz nach Mitternacht werden zwei 19-Jährige mit russischem Hintergrund von zwei Unbekannten rassistisch beleidigt und mit einem Messer bedroht. Dann flüchten die Männer.

24.11.2012 Halle (Saale)
Gegen 5:00 Uhr morgens wird ein 34-jähriger Schwarzer in der Großen Ulrichstraße aus einer Gruppe heraus rassistisch beschimpft und geschlagen, sodass er zu Boden geht. Dort treten etwa sechs bis sieben der Unbekannten auf ihn ein. Sie lassen erst von ihrem Opfer ab, als Polizeibeamte eintreffen. Mehreren Angreifern gelingt die Flucht, zwei 26-jährige Tatverdächtige kann die Polizei noch vor Ort stellen. Der Betroffene muss u.a. mit Verletzungen am Kopf, im Rippenbereich und am Fußgelenk im Krankenhaus behandelt werden.

13.11.2012 Halle(Saale)
Kurz nach 12:00 Uhr mittags steigt ein 18-jähriger Alternativer am Marktplatz in eine Straßenbahn, als er unvermittelt von einem überregional bekannten Neonazi gemustert und auf seinen „Still Loving Antifa“-Button angesprochen wird. Dann reißt er ihm diesen von seiner Jacke und versetzt dem Betroffenen einen Schlag gegen den Kopf. Zudem fordert er ihn auf, ihm einen weiteren Button zu geben. Dann könne er gehen. Der Betroffene nimmt den Button ab und steckt ihn weg. Nun fordert der 24-Jährige den Betroffenen zum Verlassen der Bahn auf, es sei denn, er wolle mit ihm zusammen aussteigen. Als der 18-Jährige daraufhin die Bahn verlässt, schlägt ihm der Angreifer von hinten gegen den Kopf.

03.11.2012 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Vor Beginn einer antifaschistischen Demonstration versuchen etwa 30 Neonazis auf einer Brücke erfolglos, eine Sitzblockade abzuhalten. Ein überregional bekannter Neonazi aus Thüringen wirft gezielt eine volle Plastikflasche nach einem Teilnehmer, die nur knapp vor ihm zu Boden geht. Zudem skandieren mehrere Neonazis Todesdrohungen gegen einen weiteren Antifa.

18.10.2012 Halle (Saale)
Gegen 18:45 Uhr werden zwei Fahrgäste in einer Straßenbahn der Linie 10 von einem Mann rassistisch beleidigt und mit einem Messer bedroht. An der Haltestelle Markplatz verlassen die Betroffenen die Bahn und flüchten in ein nahegelegenes Eiscafé. Eine Zeugin informiert die Polizei, die den 28-jährigen Tatverdächtigen noch auf dem Markt stellen kann.

27.09.2012 Mücheln (Saalekreis)
In einer Schule wird ein 13-Jähriger mit serbischem Migrationshintergrund von einem älteren Schüler so gestoßen, dass er zu Fall kommt. Dabei erleidet er Schürfwunden am Arm. Dem vorausgegangen waren rassistische Beschimpfungen des Betroffenen und seiner 12-jährigen Schwester.

15.09.2012 Naumburg (Burgenlandkreis)
Gegen 20:00 Uhr wird ein 14-Jähriger auf dem Nachhauseweg von zwei 15-Jährigen rassistisch beleidigt, mit der Faust ins Gesicht geschlagen und getreten. Zudem verhöhnen sie den Betroffenen, indem sie Affenlaute nachahmen. Dabei werden auch Hose und Brille des Jugendlichen beschädigt. Dann nehmen die Angreifer ihm noch sein Handy weg. Der Betroffene muss im Krankenhaus behandelt werden.

15.09.2012 Naumburg (Burgenlandkreis)
Nach Beendigung eines alternativen Konzerts unterhält sich ein Punk gegen 1.30 Uhr in der Nähe des Veranstaltungsortes noch mit zwei Frauen, als er plötzlich von hinten zu Boden gestoßen wird. Er nimmt eine vier- bis fünfköpfige Gruppe unbekannter Männer wahr, von denen sich mindestens zwei direkt vor ihm aufgebaut hatten. Dann wird er als „Scheiß Zecke“ beschimpft und von dieser Person gegen Brust und Kopf getreten. Erst als ein Passant interveniert, gelingt es dem 34-Jährigen aufzustehen und die Polizei zu alarmieren. Der Betroffene muss mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren und dort mit Schädelprellung und Schädel-Hirn-Trauma ambulant behandelt werden.

12.08.2012 Naumburg (Burgenlandkreis)
Nachdem ein Jugendlicher am frühen Nachmittag in eine Regionalbahn Richtung Halle gestiegen war bemerkt er eine ca. 10-köpfige Gruppe offensichtlicher Neonazis. Während der augenscheinlich alternativ gekleidete Jugendliche noch versucht, sein T-Shirt zu bedecken, kommen bereits drei aus der Gruppe auf ihn zu und stellen sich um ihn herum. Dann beginnt einer der Unbekannten, ihn herumzustoßen. Nach der Frage „Was rempelst du uns an?“ schlagen ihn die Angreifer mehrmals mit dem Ellenbogen gegen seinen Oberkörper. Als der Zug hält, versucht der Betroffene auszusteigen, wird aber wiederum bedrängt, als „Dreckspunk“ beleidigt und von hinten gegen seine Schulter geschlagen. Kurz darauf beginnt in Weißenfels eine Spontandemonstration von Neonazis, zu der die Gruppe offenbar unterwegs war.

04.08.2012 Halle (Saale)
Gegen 22:40 Uhr wird ein 58-Jähriger während eines Gaststättenbesuchs rassistisch beschimpft. Als er nicht darauf eingeht, wirft der Mann einen Stuhl nach ihm, der einen anderen Gast am Kopf trifft. Der ebenfalls 58-Jährige erleidet eine Platzwunde, die ärztlich versorgt werden muss. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung, Beleidigung und Volksverhetzung gegen einen 39-Jährigen.

28.07.2012 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Kurz vor 2:00 Uhr nachts, nach Verlassen des „No Silent Backlands“-Festivals gegen rechte Gewalt, bemerken zwei 23- und 24-jährige Konzertbesucher auf dem Schlossvorplatz eine ca. sechsköpfige Gruppe, aus der zwei Personen direkt auf sie zukommen. Einer fragt, ob es ihnen Spaß mache, gegen Deutschland zu feiern. Der andere augenscheinlich Rechte nimmt den 24-Jährigen von hinten in einen Würgegriff. Der 23-Jährige versucht verbal zu deeskalieren, wird aber zwei Mal mit der Faust ins Gesicht und dann mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen. Schließlich zieht ihn der Angreifer zu Boden und versetzt ihm noch mindestens zwei Fußtritte gegen seinen Körper. Währenddessen wird auch der 24-Jährige zu Boden gebracht und mehrfach gegen seinen Kopf getreten. Als sich ein Auto nähert, flüchtet die Gruppe. Einer der Betroffenen alarmiert die Polizei. Mit Kopfverletzungen und Schürfwunden müssen sie ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatschutz ermittelt.

26.07.2012 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Ein 15-jähriger Alternativer wird von einer u.a. mit einem Teleskopschlagstock bewaffneten Gruppe Rechter geschlagen, getreten und als „Scheiß Kanake“ beschimpft. Er erleidet u.a. Verletzungen im Gesicht.

20.07.2012 Naumburg (Burgenlandkreis)
Gegen 20:00 Uhr wird ein Antifa zunächst von einem Unbekannten gemustert und angesprochen. Ein zweiter Mann kommt hinzu, sagt „Was ist das für ein Antifaspinner“ und schlägt den Betroffenen plötzlich mit der Faust in den Bauch. Als sich dieser gegen den Angriff zur Wehr setzt, entfernen sich die beiden Unbekannten und drohen dabei „Dich kriegen wir nochmal!“.

08.07.2012 Naumburg (Burgenlandkreis)
Als ein alternativer Jugendlicher gegen 20:45 Uhr eine Straße Richtung Bahnhof entlang läuft bemerkt er plötzlich, wie ihn ein Auto verfolgt. Schließlich fährt es langsam neben dem Jugendlichen her. Dabei wird er als „Scheiß Zecke“ und „Punkerschwein“ beschimpft. Als der Betroffene nicht reagiert, werfen die Insassen mit drei bis vier Bierflaschen nach ihm, die ihn jedoch knapp verfehlen. Bevor das Auto mit quietschenden Reifen davonfährt, wird dem Betroffenen noch der Mittelfinger gezeigt.

18.06.2012 Halle (Saale)
Während eines Spaziergangs auf der Peißnitz kommen einem 34-jährigen Schwarzen gegen 23:30 Uhr drei Unbekannte entgegen. Beim Versuch, an der Gruppe vorbeizugehen, wird er plötzlich angerempelt und gefragt, ob er ein Problem habe und rassistisch beleidigt. Als noch drei weitere Unbekannte hinzukommen, bildet die gesamte Gruppe einen Kreis um den 34-Jährigen. Dann schlagen die Männer auf ihn ein, wobei sie auch Stöcke benutzen. Zudem zückt einer der Angreifer ein Messer. In Todesangst versucht der Betroffene, die Schläge abzuwehren und mit den Armen seinen Kopf zu schützen. Schließlich gelingt es ihm, einem der Angreifer seinen Stock zu entreißen und damit fünf der Angreifer zur Flucht zu bringen. Als er dabei den Stock aus der Hand verliert, geht der verbleibende Unbekannte mit dem Messer auf ihn los. Der Betroffenen kann die Hand des Angreifers festzuhalten, wobei er eine blutende Schnittverletzung an der Hand erleidet. Während die beiden um das Messer kämpfen, kommen plötzlich zwei Männer hinzu, die „Stopp! Polizei!“ rufen und damit den Angriff beenden. Jedoch lassen sie den Angreifer nach einem kurzen Gespräch ohne weitere Maßnahmen laufen und fragen den Betroffenen im Anschluss lediglich nach seinen Papieren. Der 34-Jährige erleidet u.a. multiple Prellungen am ganzen Körper.

15.06.2012 Bad Dürrenberg (Saalekreis)
Gegen 23:30 Uhr wird eine etwa 14-köpfige Gruppe alternativer Jugendlicher auf dem Borlachplatz während einer Party plötzlich von etwa 10 zum Teil Vermummten angegriffen. Die Angreifer schlagen u.a. mit Baseballschlägern, Zaunlatten und Stromkabeln auf die Jugendlichen ein und versprühen Reizgas. Dabei werden insgesamt neun alternative Jugendliche verletzt, wobei sich drei Betroffene ambulant im Krankenhaus behandeln lassen müssen. Wenig später kann die Polizei an einer nahegelegenen Tankstelle ein Auto mit fünf Tatverdächtigen feststellen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall.

29.05.2012 Halle (Saale)
Gegen 22:45 Uhr werden ein 31-Jähriger aus Sierra Leone und seine 25-jährige Begleiterin in einer Straßenbahn der Linie 1 aus einer vierköpfigen Gruppe, darunter eine Frau, rassistisch beschimpft. Als die beiden aussteigen wollen, stellt die Frau der 25-Jährigen ein Bein. Zudem beginnt einer der Unbekannten, den 31-Jährigen aggressiv zu schubsen. An der Haltestelle am Marktplatz verlassen die Betroffenen die Bahn und steigen in eine andere um, wobei sie von der Gruppe verfolgt werden. In der Bahn schlägt einer der Männer dem 31-Jährigen, der sich gerade hingesetzt hatte, unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Jetzt gelingt es einigen Fahrgästen, ihn und zwei weitere Angreifer, darunter die Frau, aus der Bahn zu drängen. Der Betroffene erleidet eine blutende Platzwunde an der Lippe. In der Folge nehmen vor Ort eintreffende Beamte die Personalien von drei 34- bis 44-jährigen, polizeibekannten Tatverdächtigen auf. Gegen sie wird wegen Beleidigung und Körperverletzung ermittelt.

23.05.2012 Halle (Saale)
Gegen 23:00 Uhr bemerkt ein 34-jähriger Schwarzer am Steintor, wie ihm eine etwa vierköpfige Gruppe folgt. In Höhe des Stadtparks beginnen die Männer plötzlich zu rennen. Bei ihm angekommen fragt ihn einer der Unbekannten, ob er Feuer habe. In dem Moment, wo der 34-Jährige die Frage verneint, erhält er sofort einen Faustschlag ins Gesicht. Dann schlagen und treten auch die anderen auf den Betroffenen ein, wobei Sätze wie „Verpiss dich, Neger!“ und „Wir hassen dich!“ fallen. Auch als der Betroffene zu Boden geht, treten die Angreifer weiter auf ihn ein. Als er aufzustehen und zu flüchten versucht, machen sie sich über ihn lustig und greifen ihn erneut an. Erst als sich ein Passant nähert, lassen die Angreifer von dem 34-Jährigen ab und flüchten. Der Betroffene erleidet u.a. eine Schwellung an der Lippe, einen Riss im Schneidezahn sowie Prellungen. In der Folge erstattet er Anzeige.

20.05.2012 Halle (Saale)
Gegen 1:20 Uhr werden zwei 20- und 34-jährige Wahlhelfer von Bündnis90/Die Grünen auf der oberen Leipziger Straße beim Aufhängen von Plakaten anlässlich der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl aus einer Dreiergruppe heraus mit rechten Sprüchen beleidigt und angegriffen. Nach Skandieren von Fußballparolen spricht einer der Unbekannten die beiden mit „Die Grünen sind alle Juden und Schwule, die unser Land kaputt machen“ an und fragt, warum sie denn Werbung für diese Partei machten. Nach etlichen, diskriminierenden Beschimpfungen reißt der Unbekannte dem 34-Jährigen ein Wahlplakat aus der Hand und versetzt ihm einen Faustschlag ins Gesicht. Dann verlässt die Gruppe zunächst den Angriffsort, kommt jedoch kurz darauf zurück. Der Angreifer stößt die Leiter der Wahlhelfer um und versetzt auch dem 20-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht. Die von den Betroffenen direkt nach Beendigung des Angriffs informierte Polizei trifft erst nach ca. 25 Minuten vor Ort ein und entschuldigt dies mit mangelnden personellen Ressourcen. Die Betroffenen erstatten Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

15.04.2012 Halle (Saale)
Mitte April wird ein 58-jähriger Jordanier gegen Mitternacht an einer Straßenbahnhaltestelle in Halle-Neustadt von zwei Männern nach einer Zigarette gefragt. Als er antwortet, er habe keine, wollen die Unbekannten wissen, ob er Araber sei. Als er das bejaht, beschimpfen sie ihn plötzlich mit „Scheiß Araber“ und „Was machst du hier? Geh zurück in dein Land!“. Einer der beiden bedrängt und schiebt den Betroffenen schließlich so, dass er zu Boden stürzt. Dann treten beide Angreifer – einer mit Springerstiefeln – immer wieder auf den am Boden Liegenden ein. Der 58-Jährige erleidet u.a. Verletzungen am Rücken und am rechten Bein. In der Folge erstattet er Anzeige. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

03.03.2012 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Auf dem Nachhauseweg von einer Diskothek wird ein 21-Jähriger gegen 5:30 Uhr am Niemöllerplatz aus einer Gruppe Rechter heraus angepöbelt und beleidigt. Dann wird er von hinten zu Boden gebracht, wo vier bis fünf Angreifer auf den Betroffenen einschlagen und -treten. Als Zeugen zu Hilfe eilen flüchtet die Gruppe. Der 21-Jährige muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

25.02.2012 Mücheln (Saalekreis)
Am späten Nachmittag werden ein türkischer Imbissbetreiber und seine kurdische Lebensgefährtin in ihrem Lokal von einem halben Dutzend Rechter verhöhnt. Bevor zwei Männer aus der Gruppe den 25-Jährigen zu Boden bringen und auf ihn eintreten und -schlagen, droht einer dem Paar: Wenn sie den Laden bis zum Geburtstag des „Führers“ nicht zumachten, seien sie „die 12. Person“, die in der Zeitung stünden. Bei dem Versuch den Angriff zu beenden, wird auch seine Lebensgefährtin verletzt. Erst als die 32-Jährige ein Dönermesser ergreift, lassen die Rechten von dem Imbissbetreiber ab und verlassen das Lokal. Kurz darauf versucht die Gruppe jedoch erneut, in das Lokal zu gelangen. Trotz erneuter Schläge und Fußtritte gelingt es dem Paar, die Eingangstür zu verschließen. Dann zerstören die Angreifer eine Doppelglasscheibe in der Tür, sodass das Paar durch Glassplitter verletzt wird. Während die Betroffenen erneut über Notruf die Polizei alarmieren, sammeln sich immer mehr Rechte vor dem Laden und verhöhnen das Paar. Als endlich ein Streifenwagen vor Ort eintrifft, bagatellisiert einer der Beamten die blutende Schnittverletzung am Ohr des 25-Jähigen und führt, anstatt für medizinische Behandlung zu sorgen, einen Atemalkoholtest bei ihm durch.

20.12.2011 Braunsbedra (Saalekreis)
Gegen 13:00 Uhr werden drei Flüchtlinge aus dem Irak, darunter eine schwangere Frau, auf dem Weg zum Einkaufen bei ihrer Ankunft am Bahnhof von drei augenscheinlich Rechten u.a. mit „Ausländer raus“ angepöbelt. Als die Betroffenen weglaufen, werden sie von den Unbekannten verfolgt und dabei mit Bierflaschen beworfen. Dabei wird ein 35-jähriger Flüchtling am Bein getroffen. Unter weiteren rassistischen Beschimpfungen laufen die Angreifer den Betroffenen bis zum Supermarkt hinterher und werfen dabei erneut mit Flaschen nach ihnen. Schließlich warten die Rechten – „Sieg Heil“ grölend – vor dem Markt auf die Flüchtlinge und beschädigen währenddessen das dort abgestellte Fahrrad des 42-Jährigen. Von den Betroffenen alarmierte, kurz darauf vor Ort eintreffende Polizeibeamte stellen die Personalien der Angreifer fest. Der Staatschutz ermittelt u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung.

01.12.2011 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Kurz nach Mitternacht wird ein 21-Jähriger Alternativer an einer Tankstelle von einem Unbekannten auf einen Button an seinem Basecap angesprochen. Etwas später wird sein 34-jähriger Begleiter von einem weiteren Unbekannten aus der insgesamt etwa achtköpfigen Gruppe angepöbelt. Die beiden entschließen sich zu gehen, werden aber von drei Männern verfolgt, darunter einem polizeibekannten Rechten. Dieser schlägt den 34-Jährigen von hinten gegen die Schläfe. Als er daraufhin ankündigt, er werde die Polizei rufen, reagiert der Angreifer mit „Mach doch!“ und „Kategorie C“. Die Betroffenen flüchten, wobei der Angreifer den Alternativen noch zwei Mal an seinem Rucksack zu Boden reißt. Noch während sie aus einiger Entfernung die Polizei alarmieren, kommt die Gruppe erneut auf sie, woraufhin sie zum nahegelegenen Krankenhaus flüchten. Beide Betroffene müssen ambulant behandelt werden. Der 34-Jährige erleidet Schmerzen im Halswirbelbereich sowie Kopfschmerzen, der 21-Jährige eine Abschürfung und Schmerzen am rechten Arm.

16.11.2011 Halle
In einer Straßenbahn der Linie 1 werden zwei Brüder plötzlich aus einer Vierergruppe mit den Worten „Scheiß Ausländer, was macht ihr hier?“ angepöbelt. Dann nimmt einer aus der Gruppe die Tasche eines Betroffenen und schmeißt sie durch die Bahn. Als die Brüder am Franckeplatz aussteigen, werden sie von drei Personen aus der Gruppe verfolgt und angegriffen. Ein Betroffener wird mit einem Schlagring gegen seine linke Kopfhälfte geschlagen. Sein Bruder wird von einem weiteren Angreifer mit Quarzsandhandschuhe geschlagen und im Bauchbereich sowie am rechten Oberarm verletzt

16.09.2011 Bad Dürrenberg (Saalekreis)
Kurz nach 21:00 Uhr werden drei alternative Jugendliche aus einem vollbesetzten Auto beschimpft, das plötzlich neben ihnen anhält. Bevor der PKW weiterfährt, wirft einer der Insassen gezielt eine Bierflasche in Richtung der Alternativen, welche nur knapp neben einer 19-Jährigen zu Bruch geht. Die Betroffenen rufen die Polizei und erstatten Anzeige. Kurz davor waren die Rechten unter „Heil Hitler“-Rufen und Zeigen des Hitlergrußes mit dem Auto an einem Treffpunkt alternativer Jugendlicher vorbeigefahren.

05.08.2011 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Gegen 23 Uhr setzten sich drei Jugendliche zu einer Gruppe Alternativer, die an einem öffentlichen Platz Punkmusik hören. Einer der drei, ein augenscheinlich Rechter, beschimpft einen anwesenden Antifa als „Scheiß Punk“ und bezeichnet die Musik als „Antifakacke“. Als der 19-Jährige fragt, was das soll, erhält er von dem Unbekannten unvermittelt mehrere Faustschläge gegen seinen Kopf und Oberkörper, sodass er zu Boden geht. Dann tritt der Angreifer auch gegen seinen Kopf. Zwei der Alternativen intervenieren und beenden schließlich den Angriff. Der 19-Jährige erleidet mehrere Hämatome und eine Verletzung am Ohr.

29.07.2011 Merseburg (Saalekreis)
Während einer Demonstration für Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge werfen gegen 15 Uhr Neonazis an der Domprobstei unvermittelt zwei Knallkörper in Richtung der Teilnehmenden. Eine 39-jährige Frau erleidet u.a. einen Schock und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Bereits zu Beginn der Demonstration hatte eine etwa 20-köpfige Neonazigruppe am Hauptbahnhof versucht, die Versammlung zu stören. Daraufhin hatte die Polizei etliche Platzverweise ausgesprochen.

03.07.2011 Halle (Saale)
Ein Punk wird vor dem Bahnhof aus einer Vierergruppe heraus u.a. als „Scheiß Zecke“ beschimpft und mit einer Zigarette beworfen, die ihn am Kopf trifft. Mindestens einer aus der Gruppe versetzt dem 21-Jährigen mehrere Faustschläge gegen den Kopf und tritt ihm in die Kniekehle. Zudem wird eine Bierflasche nach ihm geworfen. Der Betroffene kann sich jedoch wegducken. Er wird am Auge verletzt und erleidet eine Platzwunde am Kopf.

30.05.2011 Merseburg (Saalekreis)
Gegen 17:30 Uhr wird ein Alternativer, als er mit seinem Fahrrad an einer Straßenbahnhaltestelle vorbeifährt, aus einer Gruppe von sieben bis acht z.T. stadtbekannter Neonazis als „Scheiß Zecke“ beschimpft. Dabei werfen sie dem 21-Jährigen zwei halbvolle Bierflaschen hinterher, die beide nur knapp neben ihm auf dem Boden zu Bruch gehen.

04.05.2011 Bitterfeld
Gegen 0:30 Uhr wird ein 37-jähriger Flüchtling aus Benin am Bahnhof plötzlich von zwei Unbekannten gefragt, ob er einen deutschen Pass habe. Während einer der Männer ihm dabei ins Gesicht leuchtet, schlägt der andere bedrohlich eine Metallstange in seine Handfläche. Der 37-Jährige rennt weg und die Unbekannten ihm hinterher, wobei nun auch der zweite Mann eine Stange in der Hand hält. Schließlich gelingt es dem Betroffenen, seine Verfolger abzuschütteln und die Polizei zu alarmieren. Als diese vor Ort eintrifft, sind die Angreifer verschwunden, ebenso wie das Fahrrad des Betroffenen, das er dort zurückgelassen hatte. Dem Angriff vorausgegangen war eine Kontrolle des 37-Jährigen durch die Polizei, als er gerade mit dem Fahrrad auf dem Rückweg von einer Theateraufführung durch Raguhn fuhr. Zur Identitätsüberprüfung wurde er ins Bitterfelder Revier verbracht. Da er sich in Bitterfeld nicht auskannte, bat er die Beamten danach um Hilfestellungen zu seinem Nachhauseweg, was ihm jedoch verweigert wurde. Daraufhin begab er sich zum Bahnhof, um nach einem Zug zu recherchieren.

24.04.2011 Burgenlandkreis
Gegen 17 Uhr wird ein Punk auf dem Nachhauseweg mit seinem Auto plötzlich von einem PKW überholt, der abrupt vor ihm bremst. So ist der 21-Jährige gezwungen anzuhalten. Währenddessen springen zwei ihm bekannte Neonazis – einer davon mit einem Holzknüppel bewaffnet – aus dem Auto und rennen auf ihn zu. Dann schlagen die Angreifer mit Fäusten und dem Holz auf die Seitenscheiben ein und schreien den Betroffenen an, er solle herauskommen. Durch schnelles Rückwärtsfahren und Wenden kann der Punk entkommen.

23.02.2011 Bad Dürrenberg (Saalekreis)
Gegen 21:30 Uhr begegnen zwei 23- und 24-jährige Punks plötzlich einer 15- bis 20-köpfigen Gruppe überwiegend Vermummter. Als sie schnell vorbeilaufen wollen werden sie gefragt, was Faschismus bedeute. Der 23-Jährige bejaht und geht weiter. Plötzlich erhält er mehrere Schläge mit einem Teleskopschlagstock auf seinen Hinterkopf. Zudem versetzt ihm ein weiterer Angreifer einen Fauststoß mit einem Schlagring gegen seine Schläfe, sodass er zu Boden geht. Während der Betroffene aufstehen und flüchten kann wird seine 24-jährige Begleiterin massiv gegen ihren Rücken getreten. Dann wird sie gefragt, ob sie „auch eine Zeckenschlampe“ sei und aufgefordert, ihre Freunde anzurufen. Schließlich lassen die Rechten die Punkerin gehen. Der 23-Jährige erleidet mehrere Kopfplatzwunden, die 24-Jährige erhebliche Rückenschmerzen.

18.02.2011 Landsberg (Saalekreis)
Gegen 12:45 Uhr wird ein 20-jähriger Antifaschist auf dem Schulhof des Gymnasiums beim Vorbeilaufen an einer etwa 15- bis 20-köpfigen Gruppe z.T. augenscheinlich Rechter gezielt von einem Schüler der gegenüberliegenden Sekundarschule angerempelt. Als der Betroffene fragt, was das soll, wird er von dem Rechten geschubst, mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und zu Boden gestoßen. Erst als eine Pausenaufsicht interveniert, lässt der Angreifer von dem Betroffenen ab. Zuvor hatte sich der 20-Jährige auf dem Schulhof mit Schülern des Gymnasiums über die Kampagne „Wähl nicht NPD“ unterhalten. Dies hatten mehrere bekannte Rechte offenbar im Vorbeilaufen mitbekommen und sich daraufhin gesammelt. Der 20-Jährige erleidet eine stark blutende Platzwunde an der Lippe. Er erstattet Anzeige.

09.01.2011 Weißenfels (Burgenlandkreis)
Gegen Mitternacht brennt das Auto eines Vorstandsmitglieds des Simon-Rau-Zentrums in Weißenfels vollständig aus. Als Ursache ist nach derzeitigem Erkenntnisstand von einem Brandanschlag auszugehen. Im Vorfeld war der 32-jährige Betroffene, der sich seit etlichen Jahren im Burgendlandkreis gegen Rechts engagiert, mehrfach aus dem Umfeld der NPD bedroht worden. Durch den Brand entstand ein Sachschaden von ca. 13.800 Euro. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

14.11.2010 Bad Kösen (Burgenlandkreis)
Auf der Tanzfläche einer Diskothek kommt nach Mitternacht ein Unbekannter direkt auf einen 20-jährigen Alternativen zu und versetzt ihm unvermittelt einen Kopfstoß. Auf die Frage nach dem Grund entgegnet der Angreifer „Weil du links bist!“. In einem anderen Teil der Disko werden der Alternative und seine Freunde später von ca. fünf Personen aus der Gruppe des Angreifers attackiert. Dabei wird der Alternative am Boden liegend getreten. Kurze Zeit später verlässt der Betroffene mit seinen Begleitern das Lokal. Draußen werden sie vor den Augen der Security – die trotz Bitte um Hilfe nicht eingreift – erneut von der Gruppe angegriffen. Insgesamt werden vier Betroffene verletzt.

05.09.2010 Halle
Vor dem Eingang der Diskothek „Turm“ werden ein 22-jähriger Syrer und seine Begleiter gegen 2:00 Uhr von einem offensichtlich alkoholisierten Mann angepöbelt. Kurz darauf kommen weitere Männer hinzu. Nach Beschimpfungen wie „Scheiß Ausländer“ und unter „Sieg Heil“-Rufen greift die Gruppe den 22-Jährigen und seine Freunde an. Der junge Syrer wird u.a. durch einen Messerstich in den Hals schwer verletzt. Freunde fahren den stark blutenden, mittlerweile bewusstlosen Betroffenen mit einem Auto ins Krankenhaus, wo er sofort notoperiert werden muss. Mehr als eine Woche schwebt der 22-Jährige in Lebensgefahr und liegt im künstlichen Koma. Zwei Tage nach dem Angriff nimmt die Polizei einen 21-Jährigen fest, gegen den wegen versuchten Totschlags ermittelt wird.

07.08.2010 Weißenfels
Ein 29-jähriger Mann aus dem Niger sitzt am frühen Morgen noch mit einem Freund im Lokal „Feldschlösschen“, als ein offensichtlich Rechter ihn plötzlich anpöbelt. Als ca. ein Dutzend weiterer Personen hinzukommen schlägt die Gruppe unter Beschimpfungen wie „Scheiß Neger“ massiv auf den 29-Jährigen ein. Noch am Boden liegend wird er weiter getreten. Sein Freund versucht zu helfen, wird aber – u.a. von Security-Personal – aus dem Lokal gedrängt. Auch eine junge Frau versucht zu intervenieren, woraufhin sie bespuckt und getreten wird. Draußen umringen mehrere Männer den Freund des Betroffenen. Einer greift den 30-jährigen Flüchtling – unter Anfeuerungsrufen aus der Gruppe – mit einem Holzstock an und verletzt ihn am Arm. Schließlich flüchten die Angreifer. Der 29-Jährige muss u. a. mit einer Kopfplatzwunde ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Sein Freund trifft auf dem Nachhauseweg erneut auf die Gruppe der Angreifer, die ihn rassistisch beleidigen und bedrohen. Als sich ein Passant verbal einmischt, kann sich der Betroffene in Sicherheit bringen. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung.

08.07.2010
Gegen 22:00 Uhr pöbeln drei offenbar alkoholisierte Männer lautstark vor einem Döner-Imbiss herum. Als der Mitarbeiter des Lokals ihnen den Zutritt verwehrt, dreht ihm einer der Männer denn Arm um. Die anderen beiden schlagen unter rassistischen Beschimpfungen
auf den Betroffenen ein.

25.04.2010
Kurz nach Mitternacht stürmen etwa 20, mit Baseballschlägern und Eisenstangen bewaffnete Neonazis gezielt auf eine Gruppe Alternativer los, die auf dem Gelände der Alten Papierfabrik an einem Lagerfeuer sitzen. Mehrere Alternative, die nicht schnell genug fliehen können, werden zu Boden geschlagen. Etliche Angreifer treten u.a. gezielt auf die Köpfe von zwei am Boden liegenden Betroffenen ein. Weitere Neonazis verfolgen währenddessen gezielt die Flüchtenden. Da der Bereich der Alten Papierfabrik von Wasser umgeben ist und die Angreifer über den einzigen Zugang kamen, verstecken sich die Betroffenen in Panik in Gebüschen oder Erdgruben. Mit Steinwürfen versuchen die Neonazis, die Jugendlichen in
der Dunkelheit aufzuspüren, während diese hoffen, dass die von ihnen alarmierte Polizei bald eintrifft. Bei dem Angriff rufen die Neonazis u.a. „Scheiß Zecken“ und „Merseburg bleibt deutsch“. Zudem drohen sie, es sei „noch nicht vorbei“. Bevor Beamte am Tatort eintreffen
flüchten die Angreifer. Vier Betroffene müssen mit Hämatomen, Schürfwunden und Prellungen ambulant behandelt werden. Ein 26-Jähriger verliert zudem u.a. einen Zahn und ein 22-Jähriger muss mit Kopfverletzungen stationär behandelt werden

23.10.2009
Am Abend greifen ca. 15 Vermummte mit Parolen wie „Scheiß Antifacista“ erneut etwa 10 Jugendliche im Schlossgarten an. Zwei Jugendliche werden am Oberkörper und im Gesich verletzt, weitere mit Flaschen beworfen.

16.10.2009
Im Schlossgarten greifen gegen Mitternacht ca. zehn Rechte unter Rufen wie „Scheiß Zecken“ mehrere feiernde Jugendliche an. Einem Alternativen der nicht schnell genug flüchten kann, wird u.a. ein Zahn herausgeschlagen.

07.06.2009
Gegen 16:40 Uhr wird ein Mitarbeiter eines Beratungsprojekts in der Bahnhofsunterführung aus einer sechs- bis achtköpfigen Gruppe heraus mit „Na Nazijäger, wieder unterwegs? Jetzt rennst du, wir kriegen dich!“ angesprochen. Der Betroffene flieht in die Bahnhofsbuchhandlung, die anwesende Verkäuferin informiert unmittelbar die Polizei. Noch während ihres Telefonats kommt der Rechte in den Laden und droht dem Betroffenen damit, ihn beim nächsten Mal totzuschlagen. Dann verlässt er mit der Gruppe das Bahnhofsgebäude.

28.06.2008
Zwei alternative Jugendliche werden am Bahnhof von einem Rechten aus einer ca. sechsköpfigen Gruppe heraus u.a. als „Scheiß Zeckenschweine“ beschimpft. Ein 19-jähriger Alternativer wird mit der Faust ins Gesicht geschlagen, kann aber gemeinsam mit seiner 17-jährigen Begleiterin auf den Bahnsteig flüchten. Der Angreifer verfolgt die Jugendlichen, bepöbelt sie weiter und stößt sie auf die Bahngleise. Dann springt der Rechte hinterher und versetzt dem Alternativen nochmals einen Faustschlag ins Gesicht. Der 19-Jährige erleidet u.a. eine Platzwunde im Gesicht, die 17-Jährige Schmerzen am Fuß. Sie erstatten Anzeige.

12.10.2007
Vor dem städtischen Krankenhaus versetzt ein Rechter nach Pöbeleien einem Punk einen Faustschlag ins Gesicht. Später greift er den Betroffenen mit CS-Gas an.

08.09.2007
Ein 16-jährigerAlternativer wird gegen ein Uhr nachts auf der „Kneipenmeile“ von zehn augenscheinlich Rechten umstellt und beschimpft. Dann schlagen und treten drei aus der Gruppe auf ihn ein und verletzen ihn u.a. an Kopf und Hand.

13.07.2007
Am späten Abend greifen mehrere Neonazis unter Rufen wie „Scheißzecken“ und „Das ist unsere Stadt“ mehrere feiernde Jugendliche im Schlossgarten an. Fünf der Betroffenen werden zum Teil erheblich verletzt.

22.06.2007
Ein 20-jähriger Alternativer und sein Begleiter werden nachmittags vor einem Supermarkt aus einer Gruppe von vier Rechten bedroht. Einer der Rechten versetzt ihm ein Kopfstoß, sodass der Betroffene ein Stück seines Vorderzahnes verliert.

20.06.2007
Ein 16-Jähriger wird von drei Rechten in einem Fußgängertunnel am Bahnhof verfolgt und mehrfach zu Boden getreten.

01.06.2007
Am Abend wird ein 16-jähriger Punk vor einem Supermarkt von fünf Rechten massiv geschlagen und getreten. Ein Kassierer des Marktes alarmiert währenddessen die Polizei.